|
|
|
Museumsinsel Staatliche Museen zu Berlin |
Pergamonmuseum (Antikensammlung, Vorderasiatisches Museum, Museum für Islamische Kunst) |
|
Im Rahmen des Masterplan Museumsinsel wird das Pergamonmuseum voraussichtlich ab 2009 saniert und neugestaltet, mit einer unterirdischen archäologischen Promenade attraktiv mit dem Neuen Museum im Süden und dem Bode-Museum in Norden verbunden sein. Die großartige Fassade von Tell Halaf wird gegenwärtig für das Vorderasiatische Museum rekonstruiert und mit der Vollendung des Masterplanes nach 2012 zum Eingang des Vorderasiatischen Museums am Südflügel/Pergamonmuseum werden. Gegenwärtig sind alle drei Museen im Pergamonmuseum geöffnet, die Schauräume des Museum für Islamische Kunst wurden im Sommer 2001 von den Architekten RAVE + RAVE vollständig neu gestaltet. Museum für Islamische Kunst 1904 mit der Eröffnung des Bode-Museums wurde die Abteilung für ältere islamische Kunst begründet, langfristig vorbereite durch Wilhelm von Bode. Der offizielle Anlaß war das Geschenk der Fassade der Omajaden-Moschee Mschatta durch den Osmanen Sultan Abdülhamid II. an den Kaiser Wilhelm II. Die mit Ornament-, Pflanzen- und Tierreliefs reich geschmückte Portalfront von Mschatta ist heute im Pergamonmuseum Hauptanziehungspunkt des Museums für Islamische Kunst. Das Museum zeigt in einer ständigen Ausstellung im Südflügel des Pergamonmuseums die Kunst der islamischen Völker vom 8. bis ins 19. Jahrhundert. Die Kunstwerke stammen aus einem Gebiet, das von Spanien bis nach Indien reicht. Schwerpunkte sind der Vordere Orient einschließlich Ägypten und Iran. Die bildende Kunst ist in ihren verschiedenen Äußerungen vom Architekturdekor, über das Kunsthandwerk bis hin zur Buchkunst vertreten. Hervorzuheben ist der Architekturdekor in den verschiedenen Materialien: Stein (Fassade von Mschatta), Stuck (Grabungsfunde aus Samarra), bemalte Holzfüllungen (Aleppo-Zimmer) und Wandkeramiken der verschiedenen Techniken (Gebetsnischen aus Kaschan und Konya). Das Kunsthandwerk umfaßt alle Materialgruppen: Gefäßkeramiken, Metallarbeiten, Holz- und Beinschnitzereien, Gläser, Gewebe, Teppiche. Auf dem Gebiet der Buchkunst sind die Kalligraphien und Miniaturen aus Sammelalben der Mogulzeit von besonderer Bedeutung. Antikensammlung Pergamonmuseum, Eingang: Am Kupfergraben, In der Antikensammlung werden Kunstwerke des griechischen und römischen Altertums gezeigt - Baukunst, Plastik und Vasen, Inschriften, Mosaiken, Bronzen und Schmuck. Die Sammlung ist an zwei Standorten zu besichtigen, im Pergamonmuseum und im Hauptgeschoß des Alten Museums. Mit jährlich ca. 600.000 Besuchern gehört das Pergamonmuseum zu den meistfrequentierten Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin. Hauptanziehungspunkt ist der Pergamonaltar (2. Jahrhundert v. Chr.). Sein Skulpturenfries zählt zu den Meisterwerken hellenistischer Kunst und zeigt den Kampf der Götter mit den Giganten. Im südlich anschließenden Saal ist das Markttor von Milet zu sehen, ein Glanzstück römischer Architektur. Von dort kann man weitergehen zum Vorderasiatischen Museum. Griechische Bauwerke werden im Saal der hellenistischen Architektur präsentiert, der sich im Norden an den großen Saal anschließt. Im Nordflügel zeigt das Pergamonmuseum antike Plastik von der Archaik bis zum Hellenismus, antike Kopien nach griechischen Originalen sowie römische Kunst. In der Antikensammlung im Alten Museum werden Kunst und Skulpturen der Griechen und Römer gezeigt. Die Kunst der Etrusker, das Herzstück der Sammlung, wird erst nach einer Generalsanierung des Hauses zu sehen sein. Bis dahin sind die griechischen Kunstwerke im neu eingerichteten Hauptgeschoß ausgestellt. Steinskulpturen und Figuren aus Ton und Bronze, Friese, Vasen sowie Goldschmuck und Silberschätze erschließen sich in einem thematischen Rundgang. Drei Info-Inseln geben zusätzliche Informationen, u. a. zu den griechischen Mythen, zur antiken Stadtkultur und zu den Ausgrabungsstätten der Berliner Museen. Die Kunst der Römerzeit ist durch Werke vertreten, wie durch Porträts von Cäsar und Kleopatra. Sarkophage, Mosaiken, Fresken und römisch-ägyptische Mumienbildnisse geben darüber hinaus einen Vorgeschmack auf die endgültige Präsentation. Abgüsse antiker Plastiken können in der Abgußsammlung in Berlin-Charlottenburg besichtigt werden. Die in der Sophie-Charlotte-Straße nahegelegene Gipsformerei bietet Nachbildungen für den Eigenerwerb. Die brandenburgischen Kurfürsten sammelten Schätze aus dem klassischen Altertum. Den eigentlichen Anstoß zur Gründung der Antikensammlung gab jedoch der Ankauf der bedeutenden Sammlung des römischen Archäologen G. P. Bellori (1698). Mit der Eröffnung des Alten Museums, das 1830 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel gebaut wurde, war die Antikensammlung erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Sammlung wuchs durch Grabungskampagnen in Olympia, Pergamon, Samos, Milet, Priene und Didyma zu einer der bedeutendsten Antikensammlungen der Welt. Es gelangten Architekturfragmente, Skulpturen und Friese nach Berlin. In dem 1930 eröffneten Pergamonmuseum war es möglich geworden, den Götteraltar der Hellenen mit dem großen Fries des Kampfes der Götter gegen die Giganten und das Markttor von Milet zu präsentieren. Die Teilung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg führte auch zur Teilung der Antikensammlung. Im Ostteil der Stadt Berlin, auf der Museumsinsel, wurde das Pergamonmuseum 1959 wiedereröffnet. Im Westteil Berlins wurde die nach Westdeutschland ausgelagerte Kleinkunst von 1960 - 1995 im westlichen Stüler-Bau am Schloß Charlottenburg präsentiert, wo sich heute das Museum der Klassischen Moderne - "Museum Berggruen. PICASSO UND SEINE ZEIT" - befindet. Vorderasiatisches Museum Das Vorderasiatische Museum ist neben dem Louvre und dem British Museum eines der bedeutendsten Museen orientalischer Altertümer der Welt. Auf 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vermittelt es einen Eindruck von der 6000 Jahre umfassenden Geschichte, Kultur und Kunst in Vorderasien. Die Sammlung befindet sich im Südflügel des Pergamonmuseums und verteilt sich über 14 Säle. Unter den bedeutenden Baudenkmalen, Reliefs und kleineren Objekten befinden sich weltberühmte Exponate, die von deutschen Wissenschaftlern ausgegraben worden sind. Sie stammen aus den sumerischen, babylonischen, assyrischen und nordsyrisch-ostanatolischen Regionen, dem heutigen Irak, Syrien und der Türkei. Funde aus Uruk geben Aufschluß über die Anfänge der Schriftentwicklung im 4. Jahrtausend v. Chr. und über die Kunst und Kultur der Sumerer. Durch Tontafeln und Siegel ist die Verbreitung der Schrift im ganzen vorderasiatischen Raum belegt. Einer der Hauptanziehungspunkte befindet sich in der Mittelachse des Gebäudeteiles. Dort erwarten den Besucher die weltberühmten Rekonstruktionen der riesigen, in leuchtenden Farben gehaltenen Prachtbauten Babylons: das Ischtar-Tor mit der Prozessionsstraße und die Thronsaalfassade des Königs Nebukadnezar II. (604 - 562 v.Chr.). Unter Verwendung der glasierten Originalziegel, die aus zahlreichen Bruchstücken zusammengesetzt wurden, konnten Teile der Bauten in annähernd originaler Größe nachgebaut werden. Auf den Wandflächen finden sich Darstellungen von Löwen, Stieren und Drachen als Symbole der Hauptgottheiten Babylons. Im Babylon-Saal befinden sich als besondere Anziehungspunkte das Modell des Hauptheiligtums des Stadtgottes Marduk, der "Turm zu Babel" und eine Kopie der bekannten Gesetzesstele des Königs Hamurabi. Weitere hervorragende Werke altvorderasiatischer Monumentalarchitektur des 3. und 2. Jahrtausends v. Chr. Aus Uruk sind rekonstruierte Teile von Tempelfassaden. Eine der Fassaden ist mit farbigen Tonstiften geschmückt, während die andere durch großartige Backsteinreliefs hervorsticht. Besondere Erwähnung verdienen auch die assyrischen Palastreliefs aus Kalchu (9. Jahrhundert v. Chr.), der zeitweiligen Hauptstadt Assyriens. Die Rekonstruktion eines neuassyrischen Palastraumes wird bestimmt durch die Abgüsse der gewaltigen Türhüter-Figuren in Gestalt von Fabelwesen. Die künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten der Assyrer im 2. / 1. Jahrtausend v. Chr. Zeigen Gefäße, Schmuck, Geräte, Ton- und Steinreliefs, Fliesen und kleinplastische Arbeiten aus unterschiedlichen Materialien. Die Entstehung der Berliner Sammlung orientalischer Altertümer ist eng verbunden mit der Entwicklung der Assyriologie und den ersten Erfolgen des Sprachwissenschaftlers G. F. Grotefend in der Keilschriftentzifferung. Beides förderte das allgemeine Interesse an den frühen Kulturen Babyloniens und Assyriens. Zusätzlich fand die Orientarchäologie 1898 mit der Gründung der Deutschen Orientgesellschaft wesentliche Unterstützung. 1899 wurde die Vorderasiatische Abteilung gegründet. Vor allem die Funde deutscher Ausgrabungen zwischen 1888 und 1939 trugen zu der herausragenden Sammlungsqualität bei. Nachdem die Bestände anfänglich provisorisch im Kaiser-Friedrich-Museum untergebracht waren, zogen sie 1929 in den Südflügel des Pergamonmuseums. Zur Eröffnung des Pergamonmuseums 1930 wurden die weltberühmten Baudenkmale, die Prozessionsstraße und das Ischtar-Tor, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die fest eingebauten Objekte auf Anraten des damaligen Direktors Walter Andrae nicht ausgelagert. Sie überstanden die Zeit fast ohne Verluste. Die beweglichen Objekte waren nach dem Krieg in die Sowjetunion gebracht worden und kehrten 1958 wieder zurück. Bereits 1953 wurde die Abteilung als "Vorderasiatisches Museum" eröffnet. |
|