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Museumsinsel
nördlicher Teil der Spreeinsel

Staatliche Museen zu Berlin

Nationalgalerie

Alte Nationalgalerie

Seit dem 2. Dezember 2001 ist die Alte Nationalgalerie, das Stammhaus der Nationalgalerie, nach Generalsanierung und Neukonzeption der Ausstellungen mit einer glänzenden Wiedereröffnung die gegenwärtige Perle im Ensemble der Museen auf der Berliner Museumsinsel. Seit 1999 steht dieses einmalige Architekturensemble "Museumsinsel" unter dem Schutz der UNESCO als Weltkulturerbe.

Blick auf die Alte Nationalgalerie
Blick auf die Alte Nationalgalerie

Die Alte Nationalgalerie besitzt Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts. Die Kunst aus dem frühen 19. Jahrhundert ist mit Werken der Deutsch-Römer vertreten: Peter Cornelius, Friedrich Overbeck, Wilhelm Schadow und Philipp Veit schufen mit den Fresken zur Josephs-Legende ein bedeutendes Auftragswerk für die Casa Bartholdy in Rom. Einen Schwerpunkt der Sammlung bilden Arbeiten von Adolph Menzel, darunter so wichtige Werke wie das "Balkonzimmer" und das "Eisenwalzwerk".

Reichhaltig und qualitätsvoll ist auch der Bestand an impressionistischer Malerei. Meisterwerke von Edouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir, Edgar Degas, Paul Cézanne und Skulpturen von Auguste Rodin wurden frühzeitig erworben. Die Malerei aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist mit Werken von Hans Thoma, Anselm Feuerbach, Arnold Böcklin, Hans von Marées, Wilhelm Leibl und Wilhelm Trübner vertreten. Darüber hinaus besitzt die Nationalgalerie einen großen Bestand an Gemälden von Max Liebermann und Lovis Corinth. Skulpturen des 19. Jahrhunderts sind in der Friedrichswerderschen Kirche ausgestellt, darunter die berühmte Marmorgruppe der preußischen Prinzessinnen Friederike und Luise von Johann Gottfried Schadow sowie Werke von Berthel Thorwaldsen, Ridolfo Schadow, Reinhold Begas und Adolf von Hildebrand sowie Skulpturen der Schinkel-Zeit. Die Friedrichswerdersche Kirche liegt am Werderschen Markt, direkt neben dem historischen Ort der Bauakademie.

Die Nationalgalerie wurde 1861 gegründet. Anlaß war die großzügige Schenkung des Bankiers Joachim H. W. Wagener - 262 qualitätsvolle Gemälde deutscher und ausländischer Künstler legten den Grundstock zur Sammlung. Als "Wagenersche und nationale Galerie" war sie zunächst in den Räumen der Kunstakademie untergebracht. Ihren jetzigen Standort erhielt sie 1876. Das Gebäude der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel wurde 1866 - 1876 unter der Leitung von Heinrich Strack nach Plänen von August Stüler errichtet. Durch eine erfolgreiche - wenn auch zu Zeiten heftig umstrittene - Ankaufspolitik konnte die Nationalgalerie schnell auf aktuelle Kunstströmungen reagieren. Mit Weitblick haben Museumsdirektoren wie Hugo von Tschudi und Ludwig Justi entscheidend dazu beigetragen, das Profil der Sammlung zu prägen. Tschudi riskierte für den Erwerb impressionistischer Kunst den Eklat mit dem Kaiser. Sein Nachfolger Justi konnte bedeutende Werke des Expressionismus hinzugewinnen. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieges wurde die Alte Nationalgalerie 1949 teilweise wiedereröffnet. Ab 1955 waren sämtliche Schauräume dem Publikum zugänglich. Die Werke der Galerie der Romantik deutsche und österreichische Malerei aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, von der Romantik bis zum Biedermeier, werden mit der Wiedereröffnung der Alten Nationalgalerie am 2. Dezember 2001 wieder im Stammhaus auf der Museumsinsel zu sehen sein.

Friedrichsbrücke
Friedrichsbrücke

Pendant: Neue Nationalgalerie im Kulturforum

Die Neue Nationalgalerie befindet sich in Berlin-Tiergarten und wurde von Deutschlands berühmtesten Architekten der Moderne, Mies van der Rohe, entworfen. Zunächst sollte dieser Entwurf als Firmen-Gebäude für Bacardi-Rum auf Kuba "gedacht" sein, wurde jedoch nicht realisiert. Mit der später für Berlin entstandenen Fassung und unter dem Senatsbaudirektor Düttmann verwirklicht, 1967/68 gebaut und eröffnet, huldigte Mies dem Architekten Karl Friedrich Schinkel und dessen "Altes Museum" von 1830 an berühmtem Ort auf der Berliner Museumsinsel. Deshalb sei hier auf das Gebäude am Kulturforum, Potsdamer Platz, verwiesen.

Schwerpunkte der Sammlung des 20. Jahrhunderts bilden Arbeiten von Künstlern des Kubismus, des Expressionismus, des Bauhauses und des Surrealismus. Werke von Picasso, Gris, Léger und Laurens zeigen die Entwicklung der kubistischen Kunst. Eine ergänzende Übersicht über den Kubismus, vor allem über Arbeiten von Klee, Picasso, Giacometti, gibt die Sammlung Berggruen in Berlin-Charlottenburg.

Der Expressionismus ist durch die Künstler-Vereinigung "Die Brücke" mit bedeutenden Arbeiten von Kirchner, Schmidt-Rottluff und Heckel vertreten. Kirchners "Potsdamer Platz" von 1914 steht heute in spannendem Kontrast zu den aktuellen Veränderungen des Platzes, der nur wenige Meter vom Museum entfernt ist. Von dem Hintergrund des Ortes beschreibt Kirchner das Nachtleben Berlins nach Kriegsbeginn.

Zu den Kernstücken der Sammlung zählen Gemälde von Max Beckmann, die er von 1906 - 1942 schuf. Sie geben einen Überblick über die Entwicklung seines Schaffens. Die surrealistische Malerei ist mit Künstlern wie Ernst, Dalí und Miro vertreten. Otto Dix und George Grosz dokumentieren mit ihren Gemälden die Richtung des Verismus und der Neuen Sachlichkeit. Die Schule des Bauhaus wird durch Arbeiten ihrer Lehrer Klee und Kandinsky dargestellt.

Endpunkt der Sammlung und einen der Höhepunkte bildet die amerikanische Malerei der sechziger und siebziger Jahre mit den abstrakten Farbfeldern und -räumen von Frank Stella und Ellsworth Kelly. Eine großartige Lichtinstallation von Jenny Holzer krönte 2001 den Mies van der Rohe Bau als modernen Kunsttempel (s. Fotos).

Jenny Holzer Installation, Neue Nationalgalerie 2001
Fotos: Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Werner Zellin

Die Skulpturen auf der gebäudeumfassenden Terrasse im Außenraum verstärken diesen Charakter mit bedeutender Plastik zwischen Figuration und Abstraktion. Sie umgeben das Gebäude und befinden sich auch in dem westlich angrenzenden Skulpturengarten.

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